Ducati trimmt die Multistrada V4 auf sportliches Straßenbike. Ausgerüstet mit 17 Zöllern und Einarmschwinge macht sie auf Megamoto und trägt wieder den Beinamen Pikes Peak.

2018 holte Ducati beim Pikes Peak den Titel – und zwar mit der Multistrada 1260. Carlin Dunne fuhr den Sieg mit einer Zeit von 9:59.102 Minuten ein. Bereits 2012 konnte er auf einer Multistrada 1200 mit 9:52,819 Minuten den Rekord in der Klasse "Heavyweight Motorcycle" einfahren. 2019 trat der US-Amerikaner auf einer Streetfighter V4 an – und verunglückte bei diesem Einsatz tödlich. Seitdem dürfen keine Motorräder mehr beim legendären Bergrennen starten.

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Fahrwerk mit 17-Zoll-Rädern und Einarmschwinge

Ducati setzt die Tradition aber fort und bringt die neue Multistrada V4 in einer Pikes Peak-Version. Die ist aber kein Sonder-, sondern ein sehr eigenständiges Modell. Ist die normale Multistrada eine Großenduro, die neben Straße auch Gelände kann, so zielt die neue Pikes Peak auf Asphaltpisten. Entsprechend konsequent hat Ducati das Fahrwerk der Pikes Peak auf das neue Habitat ausgerichtet. Primäre Modifikation ist ein Räderwechsel. Zwischen die Gabelholme wandert ein 3,5x17 Zoll großes Marchesini-Gussrad. An die neu adaptierte Einarmschwinge hinten wird eine 6x17 Zoll große Felge angeflanscht. Damit wären die Voraussetzungen für echte Sportreifen geschaffen. Ducati setzt bei der Erstausrüstung auf Pirelli Diablo Rosso IV in den Dimensionen 120/70 vorn und 190/55 hinten.

Ducati Multistrada V4 Pikes Peak

Nachgelegt wurde bei den Federelementen. Die Marzocchi-Ware fliegt raus, ein semiaktives Öhlins-Fahrwerk – 48er USD-Gabel und TTX36 Federbein – zieht ein. Hinten schrumpft der Federweg um zehn auf 170 Millimeter, vorne bleibt es bei 170 Millimeter. Obligatorisch ist eine neue Abstimmung. Für mehr Bremspower sorgt eine aufgerüstete Doppelscheibenbremsanlage vorn. Die Scheiben wachsen von 320 auf 330 Millimeter Durchmesser, die Brembo-Monobloc-Zangen werden durch M50 Stylema-Ware ersetzt. Im Zuge der Hardware-Anpassungen und mit einem angepassten Monocoque-Rahmen aus Aluminium ändern sich die Fahrwerksgeometriedaten geringfügig. Der Radstand wächst von 1.567 auf 1.595 Millimeter, der Lenkkopfwinkel von 65,5 zu 64,3 Grad und der Nachlauf von 102,5 auf 120 Millimeter. Das Gewicht geben die Italiener trocken mit 214 Kilogramm an. Die Multistrada V4 wird mit 215 Kilogramm trocken und 240 Kilogramm fahrfertig angegeben.

V4 bleibt unverändert

Wer jetzt glaubt, die Pikes Peak legt in Sachen Leistung zu, wird enttäuscht. Das Datenblatt weist mit 170 PS bei 10.500 Touren und 125 Nm bei 8.750/min exakt die gleichen Werte aus wie die normale Multistrada. Entsprechend dürften die Fahrleistungen auf deren Niveau liegen. In Sachen Elektronikausstattung bringt die Pikes Peak unter anderem verschiedene Fahrmodi (verschärft wurden hier der Sportmodus und der neue Race-Modus), Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Wheeliekontrolle, Quickshifter, einen adaptiven Tempomat und die Tot-Winkel-Überwachung – sprich das Radarsystem – mit. Das 6,5 Zoll große TFT-Display im Cockpit bietet nicht nur zahlreiche Anzeigemodi, es lässt sich wie gewohnt vernetzen und zur Navigation nutzen.

Die Pikes Peak wäre keine Pikes Peak, wenn sie nicht auch noch ein gewisses Maß an Exklusivausstattung mitbringen würde. Für eine sportlichere Sitzposition sorgt ein schmalerer, niedriger und stärker gekröpfter Lenker im Zusammenspiel mit höher und weiter hinten angebrachten Fußrasten. Serienmäßig an Bord ist ein Akrapovic-Endtopf, eine zweifarbig gehaltene Sitzbank, die sich in der Höhe von 840 bis 860 Millimeter verstellen lässt, ein Karbon-Frontfender, eine Karbon-Verkleidungsnase, eine dunkel getönte Verkleidungsscheibe sowie eine Sonderlackierung in Schwarz und Rot mit einer großen Startnummerntafel auf der
Tankverkleidung. Startnummer? Natürlich die 1.

Als Preis für die Pikes Peak nennt Ducati 27.990 Euro. Für die Standard-Version der Multistrada werden wenigstens 17.990 Euro verlangt, die V4 S kostet ab 20.990 Euro, die V4 S Sport ab 22.740 Euro. Zu den Händlern rollt sie ab Dezember 2021.

Ducati bringt mit der Pikes Peak eine noch straßenorientiertere Version der neuen Multistrada V4. Diese kommt mit 17-Zoll-Fahrwerk, breiten Sportreifen, semiaktivem Fahrwerk und Einarmschwinge – quasi eine Maxi-Supermoto. So richtig konsequent auf Sport ist die Pikes Peak aber nicht getrimmt, trägt sie doch beispielsweise noch den Kofferträger und nur sehr wenig Karbon. Da wäre noch viel Luft für eine SP-Version.